Das Sanskritwort mantram vereint die beiden Wortwurzeln manas (Geist)[3] und tram (Schutz, schützen[4] bzw. Instrument[5]), so dass die wörtliche Bedeutung Geistesschutz bzw. Schutz des Geistes, aber auch Instrument des Geistes/Denken sein kann. Mantras als Mittel der Meditation, wie zum Beispiel im Vajrayana Buddhismus (Stichwort Mantrayana), dienen der Wortbedeutung nach folglich dazu, den Geist respektive das Denken zu schützen - und zwar vor schädlichen Vorstellungen und Konzepten. Die Idealvorstellung ist also, dass während das Mantra rezitiert wird, sich der Geist an die positiven Inhalte der Worte des Mantras bindet und somit nicht mit anderen, d. h. negativen Gedanken beschäftigen kann. (Quelle: Wikipedia)
Du kannst also dem negativen Mist nicht zuhören, wenn dein ganzer Kopf von dem Mantra ausgefüllt wird.
Nun, mit Sanskrit hab ich es nicht so, und ich benutze ein Mantra auch nicht als Gebet zu einem höheren Wesen, aber man kann ein Mantra auch sehr viel profaner und zweckbezogener betrachten und benutzen. Man kann einfach einen beliebigen Satz nehmen, am besten einen, den man für passend und wirksam hält, und ihn sich immer wieder aufsagen oder denken - um sich vor den schädlichen Dingen zu schützen, die man ansonsten hören würde. Egal ob die von innen, oder von außen auf einen wirken.
Wenn man zum Beispiel regelmäßigen Verbalattacken ausgesetzt ist, und schon genau weiß, wenn man das Gesicht des anderen sieht: "Oh Mann, jetzt geht das gleich wieder los!", dann ist es super, sich vorher ein Mantra auszudenken, und das einzuschalten - um seine eigenen hochkochenden Emotionen unter Kontrolle zu halten, oder auch, um sich von dem anderen nicht mehr verletzen zu lassen.
Für den Zweck, sich nicht mehr von negativen eigenen Gedanken oder Worten, die von anderen gesprochen zu werden, verletzen lassen zu wollen, würde es genauso gut funktionieren, wenn wir irgendeinen Blödsinn wiederholen, wie: "Lampenschirm, Lampenschirm, Lampenschirm" oder "Fischers Fritz fischt frische Fische." So viel zur Esoterik.
Mantras kann man aber auch zum Beispiel gut verwenden, um sich dabei zu unterstützen, wenn man nicht mehr in unliebsame Verhaltensmuster stürzen will. Ich mache ja zur Zeit Diät, und wenn ich wieder einmal Appetit auf was Süßes bekomme (zur Zeit ist das mal wieder stärker als es war), dann sage ich mir sofort: "Du bekommst etwas Besseres, du bekommst etwas Besseres, du bekommst etwas Besseres" - nämlich schlanker zu werden, wenn ich widerstehe.
Auch sehr gut eignet es sich beim Einschlafen, oder immer, wenn negative Gedankenstrudel in einem aufsteigen. Dann sagt man sich in den Gedanken zum Beispiel: "Ich habe mir Mühe gegeben!" oder "Hier und jetzt ist es nicht zu ändern, aber morgen kannst du es besser machen".
Wenn ich heute fühle, dass sich mein Perfektionismus zu Wort meldet (ich bin der Typ, der zehn Minuten an drei Kürbissen herum arrangieren kann, bis sie perfekt liegen, und der es sofort merkt, wenn jemand die einen Milimeter verschoben hat - ganz schlimm, wenn man kleine Kinder und Katzen hat...), dann spule ich mein Mantra ab: "Perfektionismus ist ein Zwang und keine Tugend!"
Mantras lassen sich also benutzen,
- um wiederkehrende Konfliktsituationen zu überstehen - um unerwünschten Verhaltensmustern entgegenzusteuern - um Gedankenstrudel (zwanghaftes Grübeln) zu unterbrechen - um erwünschte Verhaltensmuster zu erwirken
Es geht wie gesagt nicht unbedingt darum, dass die Wiederholung bewirkt, dass es irgendwann wahr wird, sondern dass man an etwas anderes nicht denkt, oder es nicht hört, an das man nicht denken, oder das man nicht hören will.
Interessant ist übrigens, dass wir eher geneigt sind, einer Aussage zuzustimmen, wenn sie sich reimt. Lieder, Gedichtstrophen oder Bauernweisheiten klappen also wahrscheinlich am besten, sogar wenn sie inhaltlich unsinnig sind. https://de.wikipedia.org/wiki/Rhyme-as-reason-Effekt (Eaton-Rosen-Phänomen)
Man muss ausprobieren. Vom nachdenken, lesen und schreiben alleine passiert nichts.